Kindertagesstätte
Kindertagesstätte

Auszug aus unserer Konzeption

1. Entstehung und bisherige Geschichte der Kita

 

Fünf Familien, eine Krabbelgruppe und die Frage nach Möglichkeiten zur Kinderbetreuung – daraus entstand 2010 die Kita Berghasen. Zu diesem Zeitpunkt suchte der Deutsche Kinderschutzbund Ortsverband Stuttgart e.V. neue Nutzer für seine Räumlichkeiten. Für die Initiatoren der Krabbelgruppe war das die Chance: sie wollten die Räume als Kindertagesstätte nutzen. Die Idee der Eltern traf auf offene Ohren. Denn das damals aktuell verabschiedete Gesetz sicherte auch Kindern unter drei Jahren den rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz zu. Entsprechend groß war der Bedarf.

 

In die Planung und konzeptionelle Entwicklung floss die fachliche Kompetenz einer der Mütter, die Erzieherin ist, mit ein. Das Konzept wurde im März 2010 eingereicht und im Juli 2010 bewilligt.

 

Nun konnten die detaillierte Planung der baulichen Maßnahmen und die Gestaltung der Räume beginnen. 15 Kita-Plätze sollten entstehen, es galt also, noch weitere Familien für die Kita zu finden. Dies stellte im Gegensatz zu vielen anderen Aufgaben kein Problem dar. Eine Interessentenliste füllte sich schnell. Die Eltern übernahmen im Sinne einer Elterninitiative alle anfallenden Aufgaben vom Personalmanagement über die Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Hausmeistertätigkeit.

 

Im Januar 2011 begannen die pädagogischen Fachkräfte mit der Eingewöhnung der ersten Berghasen in den Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes. Im Juni desselben Jahres wurde die Einrichtung in der Hasenbergstraße fertig und die kleinen und großen Berghasen konnten in ihre jetzigen Räumlichkeiten einziehen.

 

 

2. Pädagogik

 

Pädagogische Ansätze und Ziele

 

Wir lehnen uns an die Prinzipien von Emmi Pikler an:

"Wir haben das Grundvertrauen, dass das Kleinkind ein Initiator ist, ein Forscher, begierig darauf, zu lernen, was er schon lernen kann. Wir sorgen für eine Umgebung, die für den Säugling physisch sicher, kognitiv anregend und emotional nährend ist. Wir geben ihm viel Zeit für ungestörtes Spielen. Wir bringen ihm nicht bei, wie man sich bewegt oder wie man spielt, sondern beobachten ihn vielmehr aufmerksam um seine Mitteilungen und Bedürfnisse zu verstehen. Bei der Durchführung von Pflegeaktivitäten - Wickeln, Füttern, Baden, Anziehen usw. - ermuntern wir selbst den winzigsten Säugling dazu, bei den Aktivitäten aktiv mitzumachen, statt sie nur passiv zu erdulden."

Petrie, S. Owen, S. "Authentische Beziehungen in der Gruppenbetreuung von Säuglingen und Kleinkindern" Arbor 2006

 

 

Pikler-Pädagogik

 

Emmi Pikler entwickelte ihren pädagogischen Ansatz in einem Budapester Kinderheim. Durch intensive Beobachtungen kam sie zu der Überzeugung, dass Kinder in der Lage sind, sich die für ihre Entwicklung bedeutsamen Schritte selbst zu erarbeiten.

Jedes Kind hat ein natürliches Gefühl dafür, wann es körperlich und auch emotional fähig ist, den nächsten Schritt zu gehen. Die Aufgabe von Erwachsenen ist es, eine Umgebung zu schaffen, die den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes gerecht wird, sodass es sich in seinem Tempo frei entfalten kann.

Wird die Umgebung seinen Entwicklungsbedürfnissen gerecht, lernt das Kind, sich selbstständig zu bewegen und seinen Interessen nachzugehen. Es erfährt Freude am Tun und erlangt Vertrauen in seine eigenen Kompetenzen.

 

 

Grundprinzipien der Pikler-Pädagogik

 

  • Die selbstständige Aktivität des Kindes findet stets Beachtung in der täglichen Arbeit. Die Erwachsenen schaffen dem Kind eine Umgebung, in der das Kind aktiv und autonom tätig sein kann.
  • Um eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung des Kindes im institutionellen Rahmen zu gewährleisten, bedarf es einer kontinuierlichen und sicheren Beziehung zu einem Erwachsenen. Durch Beständigkeit und wiederkehrende Handlungen der Bezugsperson erfährt das Kind Sicherheit und Vertrauen.
  • Erwachsene, die auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und sie aktiv an Handlungen teilhaben lassen, ermöglichen es dem Kind, seine Selbstwahrnehmung zu schulen und sich auf seine Umwelt einzulassen.

 

Besondere Aufmerksamkeit schenkt Pikler der Bewegungsentwicklung, der Pflege und dem Spielen.

 

 

Pflege

 

Pikler hat den Begriff der „Beziehungsvollen Pflege “ geprägt. Pflegehandlungen werden als eine Möglichkeit zur Interaktion und Kooperation gesehen. Sie bilden den Rahmen, in dem ein Beziehungsaufbau zwischen ErzieherIn und Kind stattfinden kann. Die Kommunikation zwischen beiden spielt dabei eine zentrale Rolle.

Dem Kind gilt die volle Aufmerksamkeit und es nimmt aktiv an der Pflege teil. Handlungen werden angekündigt und Gegenstände gezeigt, bevor sie verwendet werden. Rhythmus und Zeitbedarf gibt das Kind vor. Dem Bewegungsdrang wird nachgekommen, indem z. B. das Kind auch im Stehen gewickelt wird, sobald es sicher stehen kann.

Durch das Einbeziehen des Kindes erlangt es physische und emotionale Sicherheit. Alltägliche Handlungen wie Essen, Anziehen oder Wickeln werden zu wichtigen sozialen Erfahrungen. Die hierdurch vermittelte Wertschätzung bildet die Grundlage für den Beziehungsaufbau zwischen Kind und ErzieherIn. Durch die intensive Zusammenarbeit wird das Kind in seiner Individualität wahrgenommen und die Pflege wird zu einem Moment der Freude und des Dialogs.

 

 

Abschied von der Windel

 

Aufgrund entwicklungspsychologischer Grundlagen sind zwischen dem 18. und dem 30. Lebensmonat die zuständigen Nervenbahnen zwischen Blase, Darm und Gehirn soweit ausgereift, dass die meisten Kinder Harndrang und Stuhldrücken spüren und ihre Blasen- oder Darmentleerung bewusst wahrnehmen, was man oft an ihrer Mimik oder Körperhaltung deutlich ablesen kann.

 

Jedes Kind muss den Weg jedoch selbst beginnen und zurücklegen – aufgrund seiner eigenen Entscheidung, im eigenen Rhythmus und abhängig von seinem Reifezustand. Wir besitzen in unserer Einrichtung kleinkindgerechte Toiletten, die die „Großen“ jederzeit benutzen können. Wenn nun ein Kind Anzeichen von Harndrang oder Darmdruck und vor allem erstes Interesse an der Toilette zeigt, gehen wir diesem Bedürfnis nach. Wir begleiten es auf die Toilette und unterstützen es so in diesem weiteren Entwicklungsschritt.

 

 

Freie Bewegungsentwicklung

 

Emmi Pikler wies in ihren Studien nach, dass Kinder sich alle Meilensteine der Bewegung selbst erarbeiten und dafür keiner Anleitung durch Erwachsene bedürfen. Sie hob hervor, dass die Eingriffe von Erwachsenen in die freie Bewegungsentwicklung des Säuglings sogar hinderlich für die motorische Entwicklung sind. Kinder, die in Positionen gebracht werden, die sie selbstständig noch nicht einnehmen können, werden unsicher und hilflos. Wohingegen Kinder, die sich Positionen selbst erarbeitet haben und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit machen durften, selbstbewusst und sicher in ihren Bewegungen sind.

Die Aufgabe der ErzieherIn ist es, je nach Alter der Kinder die Umgebung ihren Spiel- und Bewegungsbedürfnissen durch verschiedenste Bewegungsmaterialien anzupassen. Wir legen inspiriert durch den Ansatz von Emmi Pikler großen Wert auf eine bewegungsfreundliche Gestaltung unserer Räume mit entsprechenden Materialien.

In unseren Räumlichkeiten können sich Kinder frei bewegen. Auf diese Weise entdecken sie ihre körperlichen Möglichkeiten eigenständig. Sie entwickeln sie weiter, gewinnen Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten und haben Freude an der selbstständigen Entdeckung ihrer Umgebung.

Unser Spielbereich ist mit unterschiedlichen Bewegungselementen wie flachen Podesten, kleinen Stufen und schrägen Ebenen versehen, um den Kindern viele Anreize für ihre Entwicklungsschritte zu geben und ihren unterschiedlichen Entwicklungsphasen differenziert Rechnung zu tragen.

 

 

Spielen

 

Eine zentrale Aufgabe besteht darin, den Kindern genügend Zeit für ungestörtes Spiel zu geben. Nur wenn sich ein Kind ohne äußere Störungen auf einen Gegenstand einlassen kann, wird es sich auch intensiv mit ihm auseinandersetzen und die Zusammenhänge erfassen.

Im Freispiel haben die Kinder die Gelegenheit, sich auszuprobieren. Sie bestimmen ihr Handeln selbst, wobei auch das „Nichthandeln“ seinen Platz hat. Das Freispiel findet im Innen- oder Außenbereich in einer vorbereiteten Umgebung statt, d.h. die Räume sind dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechend gestaltet und mögliche Gefahrenquellen ausgeschaltet.

Den Kindern bietet das Freispiel die Gelegenheit, ihrem eigenen Rhythmus zu folgen. Dadurch wird ihre Selbstwahrnehmung gefördert und gestärkt. Durch die selbst gewählten Aufgaben sind die Kinder weder über- noch unterfordert, was sich positiv auf Motivation und Ausdauer auswirkt. Die jeweiligen Lernthemen werden mit hoher Konzentration und Freude ausgeführt. Sie haben somit echte Erfolgserlebnisse, fühlen sich bestätigt und werden dadurch zufrieden und ausgeglichen.

 

 

Spielmaterialien

 

Um den Kindern das freie Spiel zu ermöglichen, finden sie in ihrer Umgebung meist „offene“ Spielmaterialien vor. Das bedeutet, dass die Spielmaterialien einen vielseitigen Gebrauch ermöglichen und nicht auf eine bestimmte Funktion festgelegt sind. Damit ist das freie Experimentieren mit dem Material gegeben, um die Kreativität des Kindes nicht zu blockieren.

In bestimmten Bereichen setzten wir auch bewusst Gegenstände ein, die zerbrechen können, damit die Kinder mit diesen einen angemessenen Umgang erlernen und sie wertschätzen.

In unserer Einrichtung gibt es unter anderem

  • Spielmaterial, das zur Bewegung auffordert
  • Spielmaterial, das zur Gestaltung auffordert
  • Spielmaterial, das vielfältige Sinneserfahrungen ermöglicht

 

Konkret sind das:

  • Bewegungselemente nach Emmi Pikler:

Sprossendreieck, Rutschbrett, Würfel, Schaukelboot- Freitreppenkombination

  • Verschiedene Bälle, Matten, Kisten und Körbe
  • Alltagsmaterialien: z.B. Gläserdeckel, Dosen, Telefone
  • Spielmaterialien zum Bauen und Konstruieren:

Duplo-Steine, Holzklötze in verschiedenen Formen, Steckelemente, Kissen und Decken etc.

  • Spielmaterial für das Rollenspiel:

Puppen, Puppenwagen, verschiedene Kleidungsstücke (Hüte, Schals, Taschen etc.), Töpfe, Tassen, Besteck, Kuscheltiere, Tierfiguren

  • Spielmaterialien für alle Sinne:

Musikinstrumente, Knete, Farben, unterschiedlicher Bodenbelag, etc.

  • Materialien zum Gestalten: Tonpapier, Schere, Klebstoff, kinetischer Sand, etc.

 

Die allermeisten Spielmaterialien liegen in offenen Körben, in Schubladen mit Plastikfenster (gut einsehbar) oder auf Regalen. Der jeweilige Inhalt ist auf einem Foto abgebildet. Sie sind für die Kinder leicht erreichbar, dadurch können sie sich die Spielsachen selbstständig holen und aufräumen.

 

 

Rolle der Pädagogischen Fachkräfte

 

Während des Freispiels halten sich die Pädagogischen Fachkräfte zurück und mischen sich nicht in das Spiel der Kinder ein. Sie sind präsent, geben Hilfestellungen und greifen bei Bedarf in Konfliktfällen auch ein, um z.B. einen Streit zu schlichten. Vornehmlich halten sie sich aber im Hintergrund. In diesem Zeitraum bietet sich die Möglichkeit, die einzelnen Kinder zu beobachten und einzuschätzen.

Auf Basis der Beobachtungen bereiten sie die Umgebung und Angebote für die Kinder entsprechend vor. Die Rolle der Erwachsenen ist nicht die eines Spielpartners, sondern die eines Beziehungspartners. Sie beobachten, beraten und helfen den Kindern, ihre Aufgaben selbst zu tun.

 

 

3. Bildungsbereiche

 

Sprache

 

Die Entwicklung der Sprachkompetenz erweitert die Welt der Kinder ungemein und eröffnet ihnen neue Wirkungs- und Beziehungskreise. Sprache kann sich nur in einer sozialen Umgebung mit vielfältigen sprachlichen Anregungen und Sprachanlässen entwickeln. Der Spracherwerb ist gebunden an einen Dialog, an eine persönliche Beziehung, an das Interesse der Kinder an Themen und Handlungen, die für sie einen Sinn ergeben.

In unserer Einrichtung unterstützen wir den Spracherwerb und die Sprachentwicklung der Kinder durch das Benennen und Erklären der Dinge, die gerade stattfinden. Wir sind in einem ständigen verbalen Dialog mit ihnen und beobachten ihre Kommunikation. Wenn der andere sie nicht versteht oder verstehen will, treten wir mit ihnen in ein unterstützendes Gespräch. Wir schenken dabei den Kindern Aufmerksamkeit in all ihren Belangen und Bedürfnissen.

 

Wir wollen vermitteln, dass Sprache Spaß macht, deshalb

  • nehmen wir sie ernst und beantworten alle Fragen,
  • sind wir ihnen ein sprachliches Vorbild,
  • verbessern und korrigieren wir nicht, sondern wiederholen ggf. in korrekter Form und hinterfragen das Gesagte,
  • verniedlichen nicht, sondern gebrauchen den Originalnamen,
  • erzählen wir Geschichten oder betrachten gemeinsam Bilderbücher.

 

 

Sinneserfahrungen

 

Sinneserfahrungen sind die passive oder aktive Anregung der Sinne wie Tasten, Hören, Sehen, Schmecken, Riechen und Balancieren (Gleichgewichtssinn). Allein durch unseren Tagesablauf erfahren die Kinder eine Vielzahl von Anregungen: Beim Wickeln sprechen wir das Fühlen und Tasten an, beim Essen das Riechen und Schmecken. Darüber hinaus sensibilisieren die Alltagsgeräusche das Gehör. Die Vielfalt der Farben lernen die Kinder beim Malen mit Farbe, Finger und Pinsel kennen.

 

Sinneserfahrungen sind essentiell, um sich selbst und seine Umwelt kennenzulernen und einschätzen zu können. Dies bringt die Kinder zunehmend in Einklang mit sich und ihrer Welt.

 

Singen, Musizieren, bildnerisches Gestalten

 

Singen, Tanzen und Musizieren dienen unter anderem der Sinnes- und Körpererfahrung, der Ausbildung von Fein- und Grobmotorik und sind eine Hilfe beim Spannungsauf- bzw. -abbau. Weiterhin fördern sie die Kreativität, die Konzentration, die Motorik und die Wahrnehmung. Kinder erfahren dadurch ein Gemeinschaftsgefühl und lernen Selbstständigkeit.

Wir bieten Sing-, Kreis-, Finger- oder Bewegungsspiele an und greifen das Bedürfnis der Kinder danach im Kita-Alltag auf. Die pädagogischen Fachkräfte fragen die Kinder, was sie singen möchten oder sie schlagen Lieder vor – eventuell mit Begleitung durch Musikinstrumente. Die Kinder können mitsingen, zuhören, klatschen, tanzen und sich bewegen. Singen eignet sich auch als „Übergang“ von einer Aktivität zur anderen. Die Kinder wissen dann, dass das „Spielen“ beendet ist und etwas Anderes angeboten wird.

 

Das bildnerische Gestalten findet in Form von Malen, Schneiden, Kleben, Kneten, Matschen mit Sand und Wasser und Basteln mit unterschiedlichsten Materialien statt. Wir bieten diese Aktivitäten an, oder die Kinder fragen danach. Das alles ist freiwillig, findet in Kleingruppen und meist nur über einen kurzen Zeitraum statt. Auch diese Aktionen dienen der Förderung der oben genannten Kompetenzen.

 

 

Soziale und emotionale Entwicklung

 

Soziales Lernen und Handeln wird in unserer Einrichtung bestimmt durch die unterschiedlichen Altersstufen (1-3 Jahre), Geschlechter und Charaktere der Kinder. Soziales Verhalten und Konfliktfähigkeit werden in erster Linie durch das Vorleben und das Beispiel der Erwachsenen sowie das tägliche Miteinander in der Gruppe eingeübt und vermittelt. Dazu gehört, die unterschiedlichen Entwicklungsstände der Gruppenmitglieder zu akzeptieren, den Anderen zu achten, (Frustrations-) Toleranz und Geduld zu üben, Hilfe anzunehmen und sich gegenseitig zu helfen.

Wir sind dabei bemüht, den Kindern als Bezugspersonen kompetent zur Seite zu stehen, aufkommenden Gefühlen den nötigen Raum zu geben und ihnen zu helfen, die Emotionen zunehmend besser steuern zu können – jedoch ohne sie dabei unnötig zu beeinflussen.

 

 

Sexuelle Entwicklung

 

Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Kontext ist die kindliche Sexualität. Diese umfasst körperliche, biologische, psychosoziale und emotionale Aspekte. Sie ist grundlegend wichtig für die Entwicklung der Identität, des Selbstbildes und des Selbstkonzeptes des Kindes.

 

Kindliche Sexualität richtet ihren Fokus auf die Wahrnehmung des ganzen Körpers. Das aktive Erforschen des eigenen Körpers und die Neugierde auf den Körper der Anderen sind ihre Ausdrucksformen und Bestandteil der sexuellen Entwicklung. Kinder erleben das Gefühl von Nähe, Kuscheln und Schmusen als lustvoll – sie fühlen sich in und mit ihrem Körper wohl und spüren ihn. Sexualität spielt eine große Rolle für das seelische Gleichgewicht von Kindern – sie kann das Selbstwertgefühl stärken und Freude am Körper vermitteln.

 

Wie unterstützen wir die Kinder in ihrer sexuellen Entwicklung? Wir geben Nähe und stillen das Kuschelbedürfnis. Den Körperkontakt der Kinder untereinander lassen wir zu, wenn wir sehen, dass dieser von beiden gewünscht wird. Entsprechend ihrem Entwicklungsstand ziehen sich manche Kinder gerne in der Einrichtung aus und genießen es, nackt zu sein. Wir lassen sie gewähren, sofern die Situation und die Raumtemperatur es zulassen.

Beim Wickeln oder beim Toilettengang dürfen die Kinder sich gegenseitig zuschauen, wenn die Beteiligten erkennen lassen, dass es für sie in Ordnung ist, d.h. wir respektieren ihr Schamgefühl. Wir benennen alle Körperteile mit ihrem Namen und verniedlichen nicht.

 

Welche Regeln gibt es in diesem Kontext für uns und die Kinder? Wir achten und respektieren das persönliche Schamgefühl jeder Person, gleich ob Kind oder Erwachsener und geben dieses Verhalten an die Kinder weiter. Wir sind authentisch und setzen eigene Grenzen. Somit lernen die Kinder durch unser Vorbild eigene Grenzen zu setzen und die Grenzen anderer zu respektieren. Wenn ein Kind sich nur von einer bestimmten Person trösten oder wickeln lassen möchte, akzeptieren wir dies und kommen diesem Wunsch nach.  

 

4. Kooperation mit den Eltern


Eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Eltern und den pädagogischen Fachkräften in der Kita ist uns äußerst wichtig und bildet eine Grundlage für die optimale Förderung der Kinder. Ein wichtiger Punkt bei der Zusammenarbeit von Eltern und Pädagogen ist der anfangs besonders intensive aber auch fortwährende Informationsaustausch über Gewohnheiten, Rituale, Beobachtungen, Erlebnisse des Kindes in der Einrichtung und zu Hause.

Dieser Austausch hilft uns, ein bestimmtes Verhalten des Kleinkindes besser zu verstehen und auf die individuellen Bedürfnisse noch besser eingehen zu können.

 

Einen weiteren wichtigen Bestandteil der Kooperation bilden die Elternabende, die regelmäßig zu den verschiedensten Themenbereichen stattfinden. Organisatorische Elternabende finden alle sechs Wochen statt und werden von den Eltern geplant und durchgeführt. Hierbei werden aktuelle Themen besprochen, Aufgabenbereiche verteilt und organisatorische Entscheidungen getroffen. Zusätzlich organisiert das pädagogische Team alle sechs Monate einen Elternabend zu aktuellen Themen aus unserem Kita-Alltag.

 

Darüber hinaus sind wir nach Vereinbarung jederzeit zu einem Elterngespräch bereit. Standard sind zwei Gespräche im Jahr. Regelmäßige Informationen finden die Eltern außerdem an den Infowänden im Eingangsbereich der Kita und auf Aushängen an der Eingangstür. Hier gibt es beispielsweise eine Übersicht über den Speiseplan, den individuellen Tagesablauf oder aktuelle Kinderkrankheiten. Die Eltern nutzen die Info-Wand, um sich gegenseitig über anstehende Elterntätigkeiten wie Feste oder Mitarbeit zu informieren.

 

 

5. Verpflegung

 

Ein Biohof aus der Region beliefert uns wöchentlich mit frischen Lebensmitteln für unser tägliches gemeinsames Frühstück, sowie für die Zwischenmahlzeiten. Unser Mittagessen beziehen wir von einem Caterer. Neben diesen zwei Hauptmahlzeiten bieten wir noch einen Vor- bzw. Nachmittagssnack an (Obst, Gemüse, Brot, kleine Mengen an Süßspeisen, etc.). Freitags wird dieser von den Eltern mitgebracht. Wir gehen dabei auch auf die individuellen Besonderheiten und Einschränkungen der Kinder ein, wie beispielsweise auf Lebensmittelunverträglichkeiten.

 

 

6. Außenaktivitäten

 

Uns ist es wichtig, den Kindern den Aufenthalt im Freien zu ermöglichen und dadurch ihr Erfahrungsfeld zu bereichern. Darum haben sie jeden Tag die Möglichkeit, in unserem Außenbereich zu spielen. Die Kinder erleben dadurch die Jahreszeiten hautnah und lernen die klimatischen Unterschiede kennen (kalt, warm, nass, trocken, uvm.). Sich draußen zu bewegen entspannt, stärkt das Immunsystem und bietet einen guten Ausgleich. Damit die Kinder lernen, sich besser in unserer Umwelt zurechtzufinden, erkunden wir mit den Größeren unsere Umgebung. In der Sommerzeit besuchen wir Spielplätze, Parks oder andere schöne Orte. Dabei steckt bereits der Weg dorthin voller Eindrücke und Erlebnisse, für die wir uns bewusst Zeit nehmen.

 

 

7. Feste und Feiern

 

Über das Jahr verteilt feiern wir unterschiedliche Feste. Manche finden gemeinsam mit den Eltern statt, wie z.B. ein Sommer- und Laternenfest oder das Adventssingen. Daneben gibt es auch Anlässe, die innerhalb einer Gruppe gefeiert werden, wie z.B. Geburtstage oder Abschiedsfeiern. Dadurch erfahren die Kinder die Veränderungen übers Jahr mit bestimmten, für sie markanten Zeitpunkten. Sie erleben sich als ein Teil von Kultur und Ritualen.

Die gemeinsamen Feiern mit den Eltern sind sowohl für die Kinder als auch für die Eltern ein besonderes Erlebnis und ermöglichen das gegenseitige Kennenlernen der Eltern untereinander und der pädagogischen Fachkräfte.

Kinderschutzbund Ortsverband Stuttgart e.V. Kita Berghasen
Hasenbergstrasse 33b
70178 Stuttgart

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